1 · Einführung

1.1.0 Vorbemerkung

Sich mit der Geschichte der eigenen Familie zu befassen, hat seinen besonderen Reiz. Es ist die Frage nach dem „Woher“ komme ich, es ist die Neugier, vielleicht erfahren zu können, wie mögen sie – unsere Vorfahren – wohl gewesen sein, und: wo und wie haben sie gelebt, was haben sie wohl erlebt, wie sind sie mit ihren Lebensumständen umgegangen und auch: finde ich mich selbst in ihnen vielleicht wieder?

Offenbar hat in der Brunn’schen Familie immer ein Interesse daran bestanden, sich mit der Geschichte der Familie zu befassen. Es gibt daher aus der Brunn’schen Familie eine Reihe von „Stammbäumen“, die vor allem in den beiden letzten Generationen erstellt wurden. Aber auch verwandte Familien haben sich im Rahmen ihrer Familiengeschichte mit der Brunn’schen Familie befasst und Daten unserer Familie in ihre Familiengeschichte eingearbeitet.

Es sind jedoch nicht nur die Daten, Geburts-, Hochzeits-, Sterbedaten, die die Geschichte einer Familie ausmachen. Wichtig scheint mir zu sein, wenigstens einen kleinen Blick zu versuchen in ihre geschichtliche Zeit, in ihre Lebensumstände und, wenn möglich, auch etwas zu erfahren zu ihrer Person: „wer waren sie?“

Dies soll im Besonderen auch das Anliegen dieser Chronik sein.

Zwei bereits vorhandene Chroniken bilden dazu die wesentliche Grundlage:

Die “Chronik der Herrlichkeit Lembeck“, verfasst von Franz Brunn (1806 – 1892). Sie befasst sich mit der Naturräumlichkeit und der Geschichte der „Herrlichkeit Lembeck“ von den Anfängen der Forschung bis 1875.

und

die Chronik „800 Jahre Gemeinde Wulfen 1173 – 1973“, zusammengestellt und bearbeitet von Josef Brunn (1896 – 1988).

Vorstehende Chroniken sind auf die Orts- und Heimatgeschichte ausgerichtet. Sie sind daher die wesentliche Grundlage für die „Zeitgeschichte“, in der die jeweilige Generation unserer Vorfahren gelebt hat. In ihnen finden sich zudem aber auch zahlreiche Hinweise zur Familie Brunn auf der Wienbeck selbst als Teil dieser Orts- und Heimatgeschichte.

Eine ungewöhnliche und umso dankenswertere Grundlage für die unmittelbare Geschichte der Familie sind handschriftliche Aufzeichnungen von Franz Brunn (1806 - 1892). Sie sind bekannt in der Zusammenfassung, die Heinz Brunn (gb.1929), erstellt hat. Leider steht nur diese Zusammenfassung zur Verfügung, sie ermöglicht jedoch wesentliche und lebendige Einblicke in die Lebensverhältnisse unserer Vorfahren.

„Totenzettel“, Auszüge aus Familienstammbüchern, Fotos, Briefe und Berichte vervollständigen die Möglichkeiten, zu unseren Vorfahren Zugang zu finden. Dankenswerterweise haben Henri van Boom, Heinz Brunn, Margit Brunn und Dr. Wenzel Böckenhoff und Andere weitere Fotos zur Verfügung gestellt, Margit Brunn insbesondere auch Grundakten aus der Zeit der 7. und 8. Generation.

Das auf dem Titelblatt dargestellte Wappen wird seit Generationen in der Familie geführt. Sein Ursprung ist nicht bekannt. Die Darstellung auf dem Schild kann nach einer Auffassung ein Hinweis auf die Landwirtschaft bedeuten, nach anderer Auffassung ein Hinweis auf die Dreifaltigkeit.

Die verschiedenen Stammbäume, die uns zur Familie zur Verfügung stehen, weichen in einigen, jedoch nicht wesentlichen Punkten, voneinander ab. Die genealogische Reihe der Vorfahren bleibt davon unberührt.

Alle Stammbäume kommen zu einer gemeinsamen Aussage: der erste uns bekannte und nachweisbare Vorfahre war

Hans Braun.

Hans Braun verstarb am 27. 09. 1649 in Wulfen.

Die Generationen nach ihm bis heute sind geschlossen und nachhaltig recherchiert, vor allem aus den Kirchenbüchern der Kirchengemeinde Wulfen, in den Generationen ab ca. 1800 aber auch belegt durch teils Geburts- und Heiraturkunden, teils Familienstammbücher, oder auch durch die „Ahnenpässe“, wie sie mit amtlicher Beglaubigung in der Zeit des Nationalsozialismus zu erstellen waren.

In der Chronologie sollen die Generationen aufgebaut sein mit Hans Braun als 1. Generation.

Die persönlichen Daten dieser 1. Generation, d.h. die von Hans Braun, seiner Frau und seinen Kindern sind nicht sehr umfangreich. Jedoch bereits in der Generation ihrer Kinder nehmen die Daten zu, vornehmlich die der Eheschließungen. In den weiter nachfolgenden Generationen finden sich immer weiter vervollständigte Daten bis in die heutige Zeit.

Die Frage, weshalb aus der Zeit vor 1600 (d.h. vor Hans Braun) und auch danach zunächst so wenige Daten aus Kirchenbüchern vorhanden sind, ergibt sich aus der Kirchenspaltung der Reformation des 16. Jahrhunderts. Vor der Reformation gab es nur eine Kirche, die römisch katholische. Jeder und jede waren (abgesehen von Juden und wenigen anderen) römisch katholisch. Nach der Reformation war dies anders: es gab Katholiken und Protestanten. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, die Religionszugehörigkeit zu unterscheiden und „amtlich“ festzuhalten. Demgemäß wurde durch das Konzil von Trient (1545 – 1563) bestimmt, dass in Form von Kirchenbüchern Aufzeichnungen zu machen seien „bei besonderen Anlässen“ wie zunächst Hochzeiten, Geburten, Tod, um unter anderem „zuordnen“ und festhalten zu können, welche Religionszugehörigkeit eine bestimmte Person hatte. In der einen Gemeinde geschah dies früher, in anderen später. In Wulfen finden wir Kirchenbücher somit auch erst ab Mitte des 17.Jahrhunderts, nach dem Ende des 30 jährigen Krieges (1648).

Die Generationsfolge ergibt sich aus den Urkunden. Namens- „Änderungen“, wie wir sie auch in unserer Familie finden: Braun/Brun/Brunn, sind im Laufe der Jahrhunderte nicht ungewöhnlich. Sie resultieren häufig aus dem Sprachgebrauch, auch aus ungenauer (handschriftlicher) Schreibweise dessen, der die Eintragung in die Kirchenbücher vorgenommen hat.

Namen haben jedoch in der Regel einen Ursprung und eine Bedeutung, auch wenn diese heute nicht mehr immer nachzuvollziehen sind. Manche Namen haben ihren Ursprung in Flurbezeichnungen (Berghove), Berufen (Schneider, Müller), andere in den Merkmalen einer Person, in Flurbezeichnungen oder auch ihrer ursprünglichen, frühmittelalterlichen Stammesgeschichte.

Hinsichtlich des Namens „Brunn“ finden sich nachfolgende „amtliche“ Ableitungen:

In „Altdeutsche Namenskunde“ von Max Gottschalk finden sich zum Namen Brunn folgende Erklärungen:

Brunn mit nn und n zu

Brunn mit n zu altsächsisch: brun „braun“

In „Altdeutsches Namensbuch“, 2. Band 1983“, finden wir für die Entstehung des Namens Brunn die Erläuterung:

Brunn Brun, Bruno

Ob sich aus der Namensableitung weitere Erkenntnisse zur Familiengeschichte ergeben können, muß sicherlich einer gesonderten späteren Untersuchung vorbehalten bleiben.

Die Vornamen sind neben den Nachnamen sicherlich auch Ausdruck der Familie. Kinder erhielten in den Zeiten unserer Vorfahren in der Regel die Namen von Eltern, Großeltern, Paten oder anderen Personen, d.h. von mit der Familie verwandtschaftlich verbundenen Personen. Vornamen sind daher ein wichtiger Hinweis auf verwandtschaftliche Verbindungen. Die Namen früh verstorbener Kinder finden sich häufig bei später nachgeborenen Kindern wieder. Vielleicht wollte man damit die Erinnerung an das früh verstorbene Kind wach halten. Die Namenswiederholung kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass dort, wo ein Sterbejahr des erstgeborenen Kindes fehlt, dieses erstgeborene Kind früh verstorben ist.

Die Kinder erhielten meistens mehrere Vornamen. Bei mehrfacher Nennung ist es schwierig festzustellen, welcher der Vornamen als der „gebräuchliche“ Vorname anzunehmen ist.

Der Umfang, in dem eine Chronik gestaltet werden kann, begrenzt sich von selbst. Von „jetzt aus“ gesehen ist sie nämlich ein Baum, der sich in einem großen Wipfelwerk verzweigt mit vielen Ästen und Zweigen. Es können daher nicht alle Vorfahren erfasst sein und erfasst werden, die in diesen großen Baum der Familie hineingehören.

Mein Vater Alois Brunn (1894 – 1969) ist von Hans Braun aus gerechnet, die 9. Brunn’ sche Generation.

Dies heißt zugleich, dass – allein aus der Brunn’schen Familie – von meinem Vater bis zu Hans Braun gerechnet 512 direkte Vorfahren als Väter und Mütter „anzusprechen“ wären und dies in einem Zeitraum von (nur) etwa 350 bis 400 Jahren.

Die Darstellung der Generationen ist in Abschnitte gefasst. Der Wechsel der Generationen wurde nach Möglichkeit ausgerichtet an dem Jahr der Eheschließung der nachfolgenden Generation. Legt man die Daten der Eheschließungen zugrunde, wechselte die Generation durchschnittlich alle 35 – 45 Jahre. Man kann sagen: mit der Eheschließung des Hofnachfolgers auf der Wienbeck beginnt die nächste Generation. Deshalb habe ich versucht, die Darstellung der Zeitgeschichte auf die Zeiträume von der einen Eheschließung zur nächsten einzuordnen. Den Bruch geschichtlicher Zeiträume habe ich versucht zu vermeiden.

Wichtige Hinweise auf die Zeitgeschichte sind nicht nur die geschichtlichen Daten sondern m.E. auch Lieder (Kirchen- und andere), wie sie in den verschiedenen Zeiten gesungen wurden. Wichtige Hinweise sind m.E, auch die „Beichtspiegel“ als Ausdruck der geistlichen Verfassung der jeweiligen Zeit. Sich hier Beschränkungen in der Darstellung aufzuerlegen, ergibt sich aus dem zu beachtenden Umfang der Gesamtdarstellung.

Den Generationen ist jeweils eine Übersicht über die zeitlichen Abläufe in der Generation vorangestellt. Damit soll versucht werden, einen optischen Eindruck im Familiengeschehen der Generation zu vermitteln.

Zu den Lebensdaten unserer mütterlichen Vorfahren, wann sie geboren, wann sie verstorben, über ihr Leben und Wirken stehen uns wenige Daten zur Verfügung. Dies ist aus heutiger Sicht wenig verständlich und umso bedauerlicher, weil gerade sie die Familien im Besonderen getragen haben.

Diese Chronik soll sich, wie schon aus dem Titel hervorgeht, befassen mit der „Geschichte der Familie Brunn auf der Wienbeck“. Sie ist daher bezogen auf diejenigen, die auf der Wienbeck gelebt haben. Sie ist daher, da mein Vater von der Wienbeck „abgeheiratet“ ist, nur zum Teil Geschichte meiner Familie; die Chronik soll daher bewusst beschränkt sein auf die Geschichte derer, die bis zuletzt auf der Wienbeck gelebt haben.

Mit den letzten Generationen wird immer mehr die „Jetztzeit“ erreicht, d.h. es werden die Generationen „von der Wienbeck“ angesprochen, aus denen noch Kinder oder Enkelkinder leben. Ich habe es für ein Gebot gehalten, für diese Generationen in der Darstellung Zurückhaltung zu üben, weil Aussagen zu Eltern und Großeltern und deren Leben zuerst ihren noch lebenden Nachkommen zustehen.

Die Chronik wurde bewusst als „Loseblattsammlung“ erstellt. Jeder, der meint, sie ergänzen zu können, kann seine Ergänzungen entsprechend einfügen. Aus diesen Ergänzungen könnte sich eine noch umfassendere Darstellung der Familie ergeben. Deshalb sind Ergänzungen – auch Korrekturen – wünschenswert und dem Verfasser herzlich willkommen.

Wie bereits angemerkt, soll es mein Bemühen sein, die vorhandenen Daten, Berichte und Nachrichten nicht nur für sich allein wiederzugeben, sondern zu versuchen, sie miteinander und mit der Zeitgeschichte so zu verbinden, dass ein möglichst lebendiges Bild unserer Vorfahren und der Zeit, in der sie gelebt haben, entsteht.

Der damit verbundenen Schwierigkeiten bin ich mir bewusst und auch dessen, dass das so gezeichnete Bild subjektiv geprägt ist, erfordert es doch die Notwendigkeit, sich in vergangene Zeitläufe und in die in ihr „handelnden Personen“, soweit überhaupt möglich, hinein zu versetzen. Dies ist naturgemäß mit Fehlern behaftet. Der Verfasser sieht sich daher umso mehr veranlasst, in jeder Weise um Nachsicht zu bitten. Auch dort, wo geschichtliche Daten genannt sind, mögen Korrekturen durchaus angebracht sein.

Die Nennung von (aus der schulischen und späteren Erinnerung) bekannten Personen/Ereignisse in der „Zeittafel“, in der Theologie, der Geschichte, der Literatur, der Musik und Philosophie soll ebenfalls nur dazu helfen, sich in den Zeitgeist der jeweiligen Epochen umso mehr hineinversetzen zu können.

Die Chronik ist nicht endgültig. Sie ist im eigentlichen Sinne unfertig, unvollständig, wie ich bei der Bearbeitung immer mehr feststellen musste. Aber: sie mag dazu anregen zu versuchen, über unsere Vorfahren und ihre Zeit immer mehr zu erfahren.

Schließlich: Die Arbeit erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch. Verständlich dürfte meine Bitte sein, dass von ihr in Auszügen oder Nachdruck nur mit meiner Zustimmung bzw. Nennung Gebrauch gemacht wird.

1.1.0 Einführung

Die Familie, wie sie sich uns zu Beginn unserer Betrachtung darstellt, lebte und verstand sich nicht ohne Bindung an die ihr voraus gegangen Zeiten. Die ihr voraus gegangenen Zeiten waren Ursprung und Grundlage ihres eigenen Lebensverständnisses.

Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick über die Generationen :

1.1.1 Die Generationen auf der Wienbeck im Überblick

Generation Vater Mutter

1. Ur Ur Ur Ur Ur Ur Ur

2. Ur Ur Ur Ur Ur Ur

3. Ur Ur Ur Ur Ur

4. Ur Ur Ur Ur

5. Ur- Ur Ur

6. Ur -Ur

7. Ur-

8. Großeltern

9. Eltern

auf dem Hof

in der „Villa“

10. Generation

auf dem Hof

in der „Villa“

Hans Braun

? – 1649

Johann Heinrich Braun

? - ?

Alexander Braun

1680 – 1754

Maria Bernhardine Brun

1715 - ?

Jodokus Franziskus Brunn

1751 - 1801

Joh. Franz. Jodokus Brunn

1778 - 1857

Dr. med. Heinrich Brunn

1812 - 1891

August Brunn

1846 - 1927

Franz Brunn

1879 - 1955

Josef Brunn

1896 - 1988

August Brunn

1916 - 1990

Gisela Brunn

1933 - 2010

Elisabeth Badde

? - ?

Elisabeth Bußmann

? - ?

Anna Gesina Schroer

? - ?

Bernhard Diemke/Brun

1719 - 1802

Clara Angela Prohs

? - 1798

Gertrud Duetsch

? - 1854

Petronella Keuller

1809 - 1877

Franziska Böckenhoff

1854 - 1916

Catharina Zurbonsen

1886 - 1960

Friedel Wenderoth

1901 - 1971

Irmgard Möller

1920 - 2004

Von der 8. zur 9. Generation haben sich die Eigentumsverhältnisse auf der Wienbeck geteilt, so dass zu unterscheiden war in „auf dem Hof“ und „in der Villa“.

  1. Die Geschichtsgebundenheit der Generationen

Wenn wir versuchen wollen, uns in das Lebensverständnis unserer ersten Generation hineinzufinden, kommen wir nicht umhin, uns auch mit der Zeit zu befassen, aus der diese Generation gewachsen ist.

Die Generationen kommen aus der Zeit und leben in der (ihrer) Zeit. Sie sind daher geprägt durch die geschichtliche Vergangenheit und ihre geschichtliche Gegenwart. Nichts ist aus sich so, wie es ist, sondern alles ist so, wie es ist, aus dem geschichtlichen Werden. Dieses geschichtliche Werden bedeutet steten Wandel, dem sich die Generationen überlebensnotwendig immer neu anzupassen hatten, sei es in den philosophischen und religiösen, den gesellschaftlichen, den wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen und Erkenntnissen, den Erfindungen und Entdeckungen.

Somit war auch die erste Generation Hans Braun um 1600 in eine Gegenwart gestellt, die auf lange zurückgreifenden Entwicklungen beruht, wiederum jedoch auch nicht ohne diese denkbar ist und verständlich sein kann.

Deshalb mögen mir dazu drei kurze Exkurse erlaubt sein:

1. über die Gedankenwelt von der Antike zum Christentum,

2. vom Neubeginn der Zeit des Christentums bis zum Ende des Mittelalters (ca.1600),

3. über den „gerechten Krieg“. (Der Exkurs zu 3. erscheint mir wichtig deswegen, weil die Zeiten, mit denen wir uns befassen, von Kriegen geprägt sind.)

1. Exkurs

Über den Wandel der Gedankenwelt von der Antike zum Christentum als Neubeginn:

Als das Christentum in die „Zeit“ eintrat, hatte es sich mit seiner neuen Philosophie gegen die bisher geltenden philosophischen Ideen zu bewähren und mit ihnen auseinanderzusetzen.

Voraus geht die Philosophie der „Antike“, d.h. insbesondere die Philosophien des hellenistischen Griechenlandes, beginnend mit dem Schöpfungsmythos aus der Zeit vor Homer: Am Anfang war Eurynome die Göttin aller Dinge. Weil sie nichts Festes fand, worauf sie ihre Füsse setzen konnte, trennte sie das Meer vom Himmel. Sie paarte sich mit Ophion der großen Schlange. Sie nahm die Gestalt einer Taube an, ließ sich auf den Wellen nieder und legte zu ihrer Zeit das Weltei. Auf ihr Geheiß wand sich Ophion siebenmal um dieses Ei, bis es ausgebrütet war und aufsprang. Aus ihm erwuchsen Sonne, Mond, Planeten, Sterne, die Erde mit ihren Bergen und Flüssen, ihren Bäumen, Kräutern und lebenden Wesen.

Aus dieser mythisch-religiösen Weltdeutung treten in den griechischen Kolonien des 6. Jahrhunderts in neuer begrifflich begründeter Philosophie die ersten Philosophen hervor, die das Weltverständnis über die Natur suchen (Vor-Sokratiker, so: Thales auf Milet, Pythagoras, Heraklit, u.a.).

Im 5. Jahrhundert vor Christus vollzieht sich in Griechenland mit Athen als Zentrum der Übergang zur klassischen Philosophie. Ihr Thema ist der „Mensch“(Sokrates, Platon und Aristoteles). Grundlage des Weltgedankens ist „das Gute“, das verbunden ist mit dem Wahren und Schönen. Sokrates ist überzeugt, dass gut handelt, wer das Gute weiß, Platon führt in seinen Ideen über die diesseitige materielle Welt hinaus in die Transzendenz. Aristoteles gilt als Vater der methodisch strengen, erfahrungswissenschaftlichen Forschungen, der Logik. Es geht um die Einbindung der Ideen in die tägliche Lebenspraxis. Welches Leben muß ich führen, um glücklich zu sein. Unterschiedliche Schulen geben unterschiedliche Antworten: die Epikoreer, die Stoiker, die Skeptiker.

Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus steht Griechenland unter der politischen Vorherrschaft Roms. Rom erkennt die geistige Leistung – Vorherrschaft – der griechischen Philosophie. Cicero bereitet ihr den Weg in das römische Imperium.

Es ergibt sich jedoch keine einheitliche, das römische Reich tragende philosophische Grundlage. Es entwickeln sich eine Vielzahl alter, abgewandelter, vermischter und neuer religiöser und philosophischer Auffassungen unter Vermischung mit orientalischen Denkweisen. Diese Strukturlosigkeit sollte letztlich das Ende des römischen Reiches bewirken, andererseits die große Chance des Christentums werden.

Wie konnte sich das Christentum gegen die „heidnischen“ Philosophien abgrenzen als „neuer Glaube“?

Die geistige Struktur der Antike war Einklang von diesseitigem, glückseligem Leben in Harmonie mit der erkannten Ordnung des Kosmos.

Dem stellte das Christentum entgegen die Jenseitigkeit in der Erlösung. Das Ziel ist jenseitige, höchste Seeligkeit nach dem Tod in der Schau Gottes.

Die christliche Religion stellt die Philosophie damit auf das Fundament des Glaubens. Fundament dies Glauben sind u.a.

1. Die Welt ist eine Schöpfung aus dem Nichts,

2. Gott ist die Liebe, (1. Johannesbrief 4,8),

3. Das Reich Gottes wird kommen.

Die Überzeugung, die Welt ist eine Schöpfung aus dem Nichts, stellt einen völligen Bruch dar mit der in der antiken Philosophie vertretenen Auffassung, die Welt sei ohne Anfang (Aristoteles). Jetzt gilt: Gott hat durch einen Willensakt alles geschaffen.

Anders als in der antiken Philosophie stellt das Neue Testament besonders die Liebe Gottes heraus „denn so sehr liebte Gott die Welt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe (Johannes 3, 16).

Für die griechische Philosophie war es absurd anzunehmen, dass die Gottheit, die sich selbst genügt, sich zum Unvollkommenen, dem Menschen, hinwenden könne. Fremd war der Gedanke, dies könne gar aus Barmherzigkeit geschehen; ein aus Liebe Mensch gewordener Sohn Gottes könne am schändlichen Kreuz für die Sünden der Welt sterben.

Anders das christliche Denken: Durch den Glauben an den Opfertod Christi wird die Liebe bestimmend für das persönliche Verhältnis des Menschen zu Gott sowie der Menschen untereinander. Und: Die Welt hat nach christlicher Auffassung nicht nur einen Anfang, sie hat auch ein Gott gewolltes Ende: das verheißene Reich Gottes.

Das Christentum war somit ein völliger Neubeginn des Denkens über Gott und die Welt.

2. Exkurs

Vom Neubeginn des Christentums bis zum Ende Mittelalters (ca.1600).

Unter Kaiser Konstantin (306 bis 337 n.Chr.) beginnt der Weg des Christentums – bis dahin verfolgte Minderheit – zur die Welt beherrschenden Religionsgemeinschaft. Mit seinem durchaus politisch motivierten Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313 n.Chr. hatte Konstantin die Freiheit aller religiösen Kulte garantiert.

Kaiser Theodosius erhob 380 n.Chr. das Christentum zur Staatsreligion. In der geistigen Verwirrung der Zeit benötigte er eine neue geistig und ordnungspolitisch gefestigte Struktur, die er im Christentum gewährleistet sah.

Die Bevorzugung des Christentums führte in der Tat zu einer über Jahrhunderte fest gefügten staatlichen und geistigen Struktur; sie war andererseits aber auch von einem immer wieder aufbrechenden, schwierigen, von Spannung geprägten Verhältnis von weltlicher Macht (Kaiser) und kirchlich – religiöser Macht (Papst) geprägt.

Unter Karl dem Großen (768 bis 814 n.Chr.) verschmelzen das politische, geistige und künstlerische Erbe der Spätantike mit den frühchristlichen und germanischen Kulturen zu einer politischen und kulturellen Einheit des Abendlandes unter germanischer Führung.

Im damaligen Weltbild ist die Macht des Kaisers das Abbild der Allgewalt Gottes. Nicht der Papst, er – der Kaiser – beruft die Bischöfe und belehnt sie mit den mit weltlicher Gewalt ausgestatteten Bischofssitzen.

Der gekreuzigte Christus wird nicht mit der erst später üblichen Dornenkrone dargestellt, sondern mit einer Königskrone, er ist nicht der Leidende, sondern der Herrschende.

Dieses Weltbild eines Kaisers als von Gott mit Herrschergewalt belehnt kommt zum Ausdruck im monumentalen Bau der Kirchen, in der Kunst und staatlichen Ordnung von Adel, Klerus und Bauern.

Theologen sind nicht nur die gelehrten Erzieher und Berater der Könige und Kaiser, sie beherrschen die Kunst der Schrift auf Pergament mit kostbaren Miniaturen und Initialen. Aber sie beherrschen auch das Kriegshandwerk und sind dazu verpflichtet.

Dem gläubigen Volk, in den Kirchen durch Lettner vom Chor der Priester getrennt, wird der Glaube durch Bilder vermittelt: Das Gute in der Darstellung Christi, der Mutter Gottes, der Heiligen, der Stifter, das Böse in der Darstellung des Teufels, der Hölle, des letzten Gerichtes, aber auch in Fratzen und Gestalten an den Portalen und Kapitellen der Kirchen.

Durch die Verbindung von weltlicher und geistlicher Macht werden die Klöster immer reicher. Nicht immer wird in den Klöstern das mönchische Ideal gelebt. Das Leben in den Klöstern verweltlicht.

Im 10. Jahrhundert bahnt sich vom französischen Kloster Cluny aus eine Änderung an mit der Forderung nach Wiederbelebung von Strenge und asketischem Maß und den alten Formen mönchischer Einfachheit. Bis zum Jahre 1200 schließen sich viele europäische Abteien und Klöster dem Geist dieser Reformen an.

Im Frühmittelalter war der Glaube gelehrt und weitergegeben worden mittels der „von den Vätern überkommenen Schrifttheologie“.

Mit dem beginnenden 12.Jahrhundert öffnet sich das Glaubensverständnis, indem auch die „Vernunft“ Eingang in die Glaubenserfahrung findet(Scholastik): Gott ist begreifbar nicht nur aus der Offenbarung der Heiligen Schrift, sondern ist vernunftmäßig auch aus der Schöpfung zu erkennen.

Das Geistesleben wird freier und blüht auf. Es findet seinen Ausdruck in der zum Himmel weisenden Gotik. Es entstehen Universitäten, damit aber auch das Risiko divergierender Meinungen.

Mit der einsetzenden freieren Denkweise „über Gott und die Welt“ verändern sich aber auch die bisher so geordneten Machtstrukturen. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst über das Recht zur Einsetzung der Bischöfe. In der Folge verlieren Kirche und Kaiser an Macht und Einfluss. In dem entstehenden Vakuum erheben sich die Fürsten gegen die absolute Vorrangstellung des Kaisers und untereinander. Fürstenfehden und Raubrittertum beunruhigen das Volk. Es flieht vom Land in die Stadt, die sich mit dicken Mauern umgibt. In den Städten gibt man sich eine eigene strenge Ordnung in Zünften, macht sich frei, treibt Handel mit anderen Städten (Hanse), ist auf seine Bildung bedacht und gewinnt Selbstbewusstsein. Auch für Lehnsherren waren diese neuen Städte durch die Erhebung von Steuern und Abgaben verschiedenster Art durchaus willkommen. Sie trugen so zu ihrem Reichtum bei.

Der Handel weitete sich aus auch als Folge der Kreuzzüge, in denen „andere Länder kennen gelernt wurden“. Händler konnten sich in Städten niederlassen, wenn sie ein Grundstück erwarben und damit steuerpflichtig wurden. Aber auch Menschen des ländlichen Raumes, die als Nicht-Erbberechtigte sich mit Erlaubnis ihres Lehnsherrn in den Städten niederließen, konnten sich aus der „Unfreiheit“ befreien, indem sie an ihren Lehnsherrn für ihre „Stadtfreiheit“ eine Ablösung zahlten.

In der neuen Freiheit, im Schutz der Städte, blühten Handel und Gewerbe auf, es reiften die neuen Erfindungen heran: Schießpulver, Buchdruck, Kompass, Globus und Taschenuhr. Abenteurer entdeckten neue Länder, Wissenschaftler näherten sich den Gesetzen der Natur, es bereitete sich ein neues und durchaus kritisches Weltbild vor.

Eine der bedeutendsten Erfindungen des Mittelalters gelang um 1450 in Mainz dem Goldschmied Johann Gutenberg. Hatten zuvor Mönche in den Klöstern mit unendlicher Sorgfalt und Ausdauer auf kostbarem Pergament gelehrte Werke, insbesondere theologische Schriften, abgeschrieben, Könige und hohe Adelige Schreiber, die zur Ausfertigung von Urkunden für sie tätig waren, gab es später auch Lohnschreiber, die ihre Dienste zur Verfügung stellten. Die Schreibkunst war ein Privileg Einzelner und korrespondierend dazu waren nur wenige in der Lage, das Geschriebene zu lesen, noch weniger das „gemeine Volk“. Durch den Buchdruck konnten nun, nachdem das Geschriebene in Zeichen gesetzt war, eine Vielzahl von Schreib-Stücken „vervielfältigt“ werden. Damit kamen Informationen in Umlauf, mehr Menschen wurden mit Informationen erreicht, Gedanken und Ideen – auch kritischer Art – konnten verbreitet werden und verbreiteten sich.

Und weiter geht es in ständigem Wandel: An den Universitäten gelangt die neue humanistische Jugend zu neuer geistiger Freiheit in der Wiedererweckung (Renaissance)antiken Gedankengutes. Die städtisch-zünftig geordnete Heimat wird eng. Der Bürger wird als „spießig“ angesehen. Die bisherige Lebensweise wird kritisiert, die unelegante gotische Schrift, die schwerfällige deutsche Sprache.

Hatte sich durch die Kreuzzüge das Wissen um andere Länder, Völker und Sitten bereits erweitert, so war dies noch einmal und besonders der Fall durch die Entdeckungen des 15. Jahrhunderts.

Innerhalb weniger Jahrzehnte vervielfachte sich das Wissen um die Oberfläche der Erde.

Bis in die Mitte des 15. Jhd. galt das Weltbild des griechischen Naturforschers Ptolemäus (Bild 1), der im 2. Jhd. nach Christus in Alexandria lebte. Nach seiner Vorstellung war Mittelpunkt der Welt die Erde, um die die Planeten kreisten.

Demgegenüber vertrat Kopernikus (1473 – 1543) die Auffassung, dass die Sonne den Mittelpunkt des Sonnensystems bilde, die Erde und Planeten um die Sonne kreisen (Bild 2) und dass die Erde sich um sich selbst drehe (Tag und Nachtgleiche).

Seine Auffassungen, die in Widerspruch standen zu dem damaligen theologischen Weltbild, wurden durch Planetenbahnberechnungen Keplers (+ 1630) und Galileis (+ 1642) bestätigt.

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Die „theologische Sicht“ der Erde war noch anders:


Die „Ebstorfer Weltkarte“ entstand wahrscheinlich um 1300 n.Chr.im Kloster Ebstorf bei Lüneburg. Sie ist keine geographisch korrekte Karte und sollte es auch wohl nicht sein. Vielmehr gibt sie die theologische Sicht und das mythologische und historische Wissen ihrer Zeit wieder.

Die Welt wird mit dem Leib Christi verglichen, weshalb oben der Kopf Christi, rechts und links seine Hände und unten die Füße dargestellt sind. Die Mitte ist Jerusalem, um das sich alles gruppiert.

Die Karte ist nicht „genordet“, dort, wo sich der Kopf Christi befindet, ist vielmehr der Osten („Das Licht, das im Osten aufgeht“).Dort ist auch das Paradies dargestellt. Europa befindet sich unten links auf der Karte. Verzeichnet sind ua. Städte wie Soest, Paderborn, Lüneburg usw. und Klöster.

Christus, das Licht das im Osten aufgeht.

Ihm zugeordnet das Paradies

Jerusalem:

die Mitte der Welt, um die sich alles ordnet.

Die die Welt umspannenden Hände.

Die Füße,

die die Welt tragen.


Die „Entdeckung der Erde“ war damit sicherlich ein mutiger Schritt. 1415 wird durch Heinrich den Seefahrer in Sagres die erste Seefahrtschule gegründet. Um 1460 erreicht Diego Gomes Liberia. 1471 überqueren Portugiesen den Äquator. 1488 umschifft Bartolomäus Diaz das Kap der Guten Hoffnung. Columbus entdeckt Amerika in der Meinung, einen Seeweg nach Indien gefunden zu haben, und überquert den Atlantik zwischen 1492 und 1504 mehrfach. 1513 entdeckt Balbos nach Überquerung der Landenge von Panama den Pazifik. Schließlich beginnt Magellan von 1519 bis 1522 die erste Umseglung der Welt.

Aufwendige Rat- und Wohnhäuser dokumentieren immer deutlicher das neu gewonnene Selbstbewusstsein des Bürgers humanistischer Prägung. Die Kirche als alleiniger Träger von Kultur und Geistesleben verliert an Bedeutung.

Vorbild für das „goldene Zeitalter“, das die Humanisten herbeisehnen, ist die römische Antike. Wieder einmal soll der Mensch das „Maß aller Dinge“ sein. Die Gelehrten sprechen lateinisch, schreiben die „alte“ Schrift, die antik war, die Künstler vermessen den Menschen auf der Suche nach dem idealen Maß. In den Stadtstaaten Italiens, Venedig, Florenz, herrschen Alleinherrscher. Im Vatikan regieren die der Welt zugewandten „Renaissance-Päpste“. Die Herrscher umgeben sich mit

Dichtern, Malern, Bildhauern, unter ihnen die Genies Leonardo, Michelangelo, Raphael.

Der Diesseitigkeit des Lebensgefühls folgt der Verlust an echter Glaubenssubstanz. Die Kirche verweltlicht. Sie versinkt in Macht, Pracht und Glanz.

Die Konsequenz war ein neuer Aufbruch: die Reformation.

Die Reformation fand in Deutschland fast überall offene Türen. Wo sie auf Widerstand stieß, floss das Blut, so in den Bauernkriegen, in den Hysterien der Wiedertäufer (Münster) und später im 30- jährigen Krieg.

Ausgehend von Italien sammelte sich die Katholische Kirche zur Gegenreformation. Es geht um die Rückgewinnung des katholischen Glaubens aber auch um die Wiederherstellung der absolutistischen Herrschaft.

In den endlosen Schrecken des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) werden sie ausgetragen.

3. Exkurs

Über den „gerechten Krieg“ (nach Körtner Operation Heiliges Grab, S. 40-42)

In allen vergangenen Generationen und Jahrhunderten begegnen wir dem Krieg. Wie konnte es sein, dass die Völker im doch so christlichen Europa sich -anscheinend ohne wenig Hemmung- gegenseitig mit Krieg überzogen ?

Die frühchristlichen Kirchenväter waren von der Überzeugung durchdrungen, dass Krieg, Waffengewalt und Blutvergießen verwerflich seien. In der Verpflichtung zur Mission erblickten sie lediglich einen geistigen Auftrag, dem der rechtschaffene Christ durch Predigt und beispielhaftes Leben gerecht werden sollte.

Justinus, im Jahr 165 als Märtyrer in Rom hingerichtet, trat dafür ein, „Schwerter in Pflüge, Lanzen in Ackergerät“ zu verwandeln. Tullian nannte um 200 nach Christus die Feindesliebe das Grundgesetz des christlichen Daseins.

Origines, bis zum Jahr 230 Lehrer an der sogenannten alexandrinischen Katechetenschule, schmähte die Kriegskunst und forderte alle Glaubensgenossen auf, sich als „Kinder des Friedens“ zu bekennen.

Zyprian, um das Jahr 250 Bischof von Karthago, führte Klage darüber, dass man Tapferkeit nenne, „wenn das Morden im Namen des Staates geschehe“. Der Soldatenberuf galt als „widerchristlich“, was allerdings nicht ausschloss, dass es schon damals christliche Soldaten gab.

Das Problem begann im eigentlichen Sinne an dem Tag, als Kaiser Konstantin dem Christentum Toleranz verschaffte und damit begann, das Römische Reich in ein christliches Imperium umzuwandeln. Denn wie anders als mit den Mitteln der Waffen sollte man diesen Staat, den Beschützer und Garanten der Lehre Jesu, gegen seine Widersacher verteidigen?

Kluge christliche Denker fanden heraus, dass das Evangelium „keine ausdrückliche Verdammung des Krieges“ enthalte. Sie erkannten dem Staat gewisse kriegerische Funktionen zu. Sie begannen sogar, Gebete für die Vernichtung der Heiden zu verfassen. So kannte schon Ambrosius, um das Jahr 340 bei Trier geboren, keine Bedenken, Kaiser Gratian zum Kampf gegen „die verruchten Völker der Goten“ (Arianer) aufzurufen, da keine Sicherheit sei, „wo der Glaube angetastet“ werde.

Als Kaiser Theodosius im Jahr 393 nach Christus gegen seinen Mitkaiser Eugenius zu Felde zog, bereitete er sich auf das Unternehmen durch ausgiebiges Fasten und Beten vor. Nach dem Sieg ließ er seinen Gegner hinrichten.

Augustinus war weit davon entfernt, den Krieg zu verherrlichen. Auch er hielt ihn für ein Übel, für eine Ausgeburt der Hölle, ein Werkzeug des Teufels. Jedoch vertrat er die Meinung, dass es selbst für einen gerechten Christen Situationen gebe, in denen er, ohne sündig zu werden, zur Waffe greifen müsse. Wer angegriffen werde, so lautet sein Leitsatz, habe das Recht, sich verteidigen zu dürfen. Er dürfe auch versuchen, geraubtes Gut zurück zu holen und zu diesem Zwecke Krieg zu führen. Denn dieser Krieg sei ein gerechter Krieg.

Den Kriegern selbst erteilte Augustinus eine Art von Generalabsolution. Für den einzelnen Soldaten, so stellte er fest, sei auch die Beteiligung an einem ungerechten Krieg keine Sünde, solange er sich des Unrechts seiner Sache nicht bewusst sei. Damit war die Kriegsethik nun nicht mehr Sache des Einzelnen, sondern des Fürsten, der zu prüfen hatte, ob seine Sache gerecht oder ungerecht, der Krieg also erlaubt oder unerlaubt sei.

In der Auseinandersetzung mit den Dolmatinern als Häretikern und Schismatikern ließ Augustinus erkennen, dass er deren Verfolgung als notwendigen Krieg betrachte. Der „heilige Krieg“ ein „bellum deo octore, bei dem Heerführer und Soldaten als Diener Gottes gelten“. „Die einen streiten für das Licht, die anderen für die Finsternis, die einen für Christus, die anderen für den Teufel“.

Papst Gregor I. (590-602) griff dies auf. Hartnäckige Nicht-Christen bekehrte er nicht nur durch die Auferlegung höherer Steuern, er verlieh der Missionierung heidnischer Völker durch Waffengewalt auch seine Zustimmung. Er formulierte den Grundsatz des „Unterwerfens, um zu taufen“, so dass aus der bisherigen Rechtfertigung des „Ketzerkrieges zur Einhaltung des Glaubens“ der „Missionskrieg zur Verbreitung des Glaubens“ wurde.

Auf diesem Entwicklungshintergrund wird man versuchen müssen zu verstehen, dass noch im 20. Jahrhundert „Waffen gesegnet“, „für den Sieg“ gebetet wurde. Und- wie wir alle erfahren, ist auch im 21. Jahrhundert die kriegerische Auseinandersetzung allgegenwärtig.

Nach heutiger Auffassung (vergleiche Katechismus der katholischen Kirche) sollen die „klassischen Kriterien des gerechten Krieges“ sein:

1) Es muss einen gerechten Grund geben (iusta causa). – etwa Selbstverteidigung gegen erlittenes oder drohendes Unrecht-.

2) Das Kriegsziel muss gerechtfertigt sein (intentio recta), -etwa die Wiederherstellung des Friedens, nicht aber Unterwerfung, Rache-.

3) Der Entschluß zum Kriege muss von einer befugten Staatsmacht (legitima potestas) gefasst werden.

4) Der Krieg muß das letzte Mittel sein (ultima ratio).

5) Der Schaden der Abwehr darf nicht größer sein, als der abzuwehrende Schaden (debitus modus).

6) Es muß eine hohe Erfolgsaussicht bestehen. Ein aussichtsloser Widerstand rechtfertigt den Krieg nicht.

7) Die Kriegsführung muss (soll) zwischen Beteiligten und Unbeteiligten unterscheiden.

Erst seit dem Ende des 2. Weltkrieges haben wir in Europa eine Zeit des Friedens über nunmehr 66 Jahre. Der Friede zwischen den Völkern ist ein hohes Gut. Wir sind immer wieder aufgerufen, uns um ihn zu bemühen und uns für ihn einzusetzen, - er ist (auch heute) nicht selbstverständlich.

Weitermachen

1.1.3 Die naturräumliche und Orts- Gebundenheit der Generationen:

Alle direkten Vorfahren der Generationen, wie sie in der Übersichtstafel dargestellt sind, haben gelebt auf der Wienbeck bei Wulfen, heute Ortsteil der Stadt Dorsten, Kreis Recklinghausen.

Der erste uns urkundlich nachgewiesene Vorfahre ist, wie in der Übersichtstafel dargestellt, Hans Braun. Ob auch seine Vorfahren bereits auf der Wienbeck gelebt haben, wissen wir nicht. Auch wissen wir (noch) nicht, woher er und seine Familie zur Wienbeck gekommen sind.

In den uns bekannten Generationen war die „Wienbeck“ der markante Mittelpunkt der Familie. Über Jahrhunderte wurde das Leben unserer Familie „von der Wienbeck“ bestimmt, und nicht nur von ihr allein sondern auch von ihrem näheren und weiteren Umfeld, seinen Menschen und seiner Geschichte, die ihren Einfluß auf die Wienbeck und die dort Lebenden hatte.

Selbst, wenn Hans Braun der erste der Familie war, der auf der Wienbeck ansässig wurde, so hatte er mit diesem Umfeld und seiner Geschichte zu leben. Sie wurde Teil seines Lebens und Teil der nachfolgenden Generationen.

Wenn wir daher versuchen wollen, uns in das das Leben unserer Vorfahren auf der Wienbeck hineinzudenken, können wir dies nicht, ohne uns zunächst mit dem Ort, dem Raum und seiner Geschichte zu befassen, in dem unsere Vorfahren gelebt haben, denn durch diesen Ort, diesen Raum und seine Geschichte wurden unsere Vorfahren geprägt.

1. Die Wienbeck und Wulfen als Naturraum

Wulfen war früher selbständige Gemeinde. Heute, nach der kommunalen Neuordnung, ist Wulfen Ortsteil der Stadt Dorsten im Kreis Recklinghausen, im westlichen Münsterland.

Räumlich liegt Wulfen am südlichen Rand der münsterschen Bucht nördlich der Lippe. Bis zur Lippe sind es etwa 10 km. Auch westlich zum Rhein hin ist es nicht weit, nur etwa 30 km.

Landschaftlich, so heißt es in der Chronik „800 Jahre Wulfen“ ist es ein Niederungsgebiet, das in früher Zeit durchsetzt war mit Sümpfen und Mooren und undurchdringlichen Wäldern. Auf den höher gelegenen Stellen bildeten sich Ansiedlungen, die durch die sie umgebende natürliche Landschaft geschützt waren.

Mein Vater, Alois Brunn, hat in seiner Dissertation „Die Meliorationen im Kreis Recklinghausen“ die Struktur der Nass-, Feucht- Moorgebiete des Kreises Recklinghausen und damit des Lebensraumes unserer Vorfahren untersucht und ihre Entwicklung unter dem Aspekt der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen im Laufe der Zeit behandelt.

Seine Dissertation erlaubt uns einen eingehenden Einblick in die naturräumlichen, landschaftsstrukturellen und wasserwirtschaftlichen Verhältnisse unserer vorväterlichen Heimat.

So war etwa bei Lembeck ein sehr sumpfiges Bruch, das sich über das Schloss Lembeck, die Wienbeck durch Köhl-Wenge erstreckte und endlich in der Vereinigung mit dem Wulfen’schen Bruch an der Lippe endete.

Wienbeck

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Lembeck

Wulfen

Das Wasser aus den Brüchen floß zur Lippe ab, so auch durch den Wienbach (Wienbeke, Wienbeck), an dem die erste uns bekannte Siedlung unserer Vorfahren gelegen war.

Die Sicherheit der Siedlungen wurde in alter Zeit durch ihre Lage in der Naturlandschaft geprägt. In den Niederungsgebieten, wie im westlichen Münsterland, und so auch hier im Raum Wulfen, boten Moore (Brüche) Schutz vor Eindringlingen.

Wann die „Wienbeck“ erstmals besiedelt wurde, ist bisher nicht bekannt. Wir dürfen uns die erste Ansiedlung jedoch etwa so vorstellen, dass hier im umgebenden Bruchbereich einerseits, andererseits im Uferbereich des Wienbachs/ der Wienbeke, eine Erhebung war, die eine Ansiedlung ermöglichte.

Die Ansiedlung an der Wienbeke bot somit besondere Lagevorteile. Das moorige Umland bot Schutz vor Feinden, die Erhebung Schutz vor Überschwemmungen und Nässe. Eine Ansiedlung an der Wienbeke bot zudem die Möglichkeit, deren Fischreichtum für den Unterhalt der Familie zu nutzen.

In den Jahrhunderten, in denen unsere Vorfahren auf der Wienbeck lebten, hatte die Ansiedlung offensichtlich weitere markante Lagevorteile, auf die noch im näheren einzugehen ist. Es darf angenommen werden, dass Leben und Entwicklung der Generationen unserer Familie von den Besonderheiten der Lage der Wienbeck entscheidend geprägt wurden.

2. Die Wienbeck und Wulfen als Grenzland

Blicken wir zurück:

Wulfen war, bedingt durch seine Lage nicht weit östlich des Rheins und nicht weit nördlich der Lippe, in seiner Geschichte immer Grenzland,

Grenzland

zwischen Kelten/Römern und Germanen,

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zwischen Kelten/Römern und Germanen zwischen Franken und Sachsen

und

als Teil der weltlichen Herrschaft des Bischofs von Münster gleichzeitig Grenzland zum Fürstbistum Köln, zur Grafschaft Kleve, zum Vest Recklinghausen

und heute noch „Grenzland“ zwischen Westfalen und dem Rheinland.

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grau: Kft. Münster braun: Hzgt. Kleve grün: Kft. Köln/Vest Recklinghausen

Der Rhein, aber auch die Lippe, waren, wie wir aus der Geschichte wissen, Flüsse, die durchgehend in allen Jahrhunderten Völker, Völkerstämme und auch Kulturräume voneinander trennten. Flüsse waren von der Natur vorgegebene Grenzen und als solche der Bereich, in dem Völker, Volksstämme, Kulturen sich gegeneinander abgrenzten, ein Raum der Auseinandersetzung, in dem Völker und Menschen einander feindlich, kriegerisch gegenüber standen, in der Regel kein Raum friedlichen Zusammenlebens. Flüsse waren zugleich für fremde Völker, ob wegen der Eroberung oder des Handels, der Zugang in bisher unbekannte Gebiete.

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Derart „unruhige“ Räume, wie die Heimat unserer Vorfahren, waren aber auch Räume, in denen sich zuerst neue Entwicklungen abzeichneten, in denen Handel und Wandel stattfanden, in denen Menschen kamen und gingen, in denen neue Nachrichten empfangen, weitergegeben, ausgetauscht wurden.

In einem solchen Umfeld zu leben erforderte, aufgeschlossen zu sein für Neues, für Entwicklungen, gleichgültig, ob positiv oder negativ. Das Leben in einer Grenzregion erforderte sicher auch, mutig zu sein, einen besonderen Zusammenhalt in der Familie zu haben und den Blick nach vorn zu richten.

Dieses Umfeld, über Jahrhunderte hin, hat, davon dürfen wir vielleicht ausgehen, Leben und Schicksal, vielleicht auch den „Charakter“ unserer Vorfahren, der Familie und damit uns als Nachfahren mit geprägt.

Dies sich zu vergegenwärtigen, muß einen kurzen Rückblick in die Geschichte der Heimat unserer Vorfahren erlauben:

Nehmen wir die Zeit um 800 n.Chr.:

Die Sachsen drangen mehrfach über die Lippe in das Gebiet der Franken vor, die Franken ihrerseits in das Gebiet der Sachsen.

So waren die Regionen rechts und links des Rheins, rechts und links der Lippe im 8. Jahrhundert vor allem Schauplatz und Durchzugsgebiet zahlreicher Feldzüge und Kämpfe.

714 drangen die Sachsen gegen Köln vor und verheerten Kirchen, Klöster und Felder.

Der Frankenkönig Karl Martell wiederum zog aus dem Raum Wesel her kommend gegen die Sachsen

in den Jahren 718, 720, 723, 727 und 740.

Der Frankenkönig Pippin setzte 758 ebenfalls bei Wesel über den Rhein und verdrängte die Sachsen

aus ihrer Verschanzung an der Lippe bei Haltern.

In langen und blutigen Kämpfen drang schließlich Karl der Große über Rhein und Lippe

in das Sachsenland vor.

Mehrmals 779 und 784 setzte er bei Wesel über den Rhein und schlug die Sachsen

bei Bocholt und Lühde.

oder:


Nehmen wir die Zeit der Territorialauseinandersetzungen (1200 – 1500) zwischen den Bischöfen von Münster, den Bischöfen von Köln untereinander und mit anderen:

Die Lippe war wieder einmal Grenzfluß, nun vor allem zwischen dem Fürstbistum Münster und dem Kurfürstentum Köln aber auch zum Herzogtum Kleve.

Hier kam der Stadt Dorsten, die ja auch nur etwa 12 km von Wulfen entfernt liegt, als „Vorposten“ und „Bastion“ der münsterschen Bischöfe zu den Kölner Bischöfen, aber auch den „Klevischen“ besondere Bedeutung zu.

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Dorsten um 1600 Münster um 1600

Franz Brunn schreibt:

1242 sehen wir den Grafen von Geldern in Verbindung mit dem Herrn von Meinhövel gegen den münsterischen Bischof Ludolf in Fehde….

1327 Graf Engelbert von der Mark gegen den Grafen Dieterich von Cleve, woran auch

der Bischof von Münster teilnahm ….

1382 endet eine weitläufige Fehde zwischen der Stadt Dorsten und den Herren von Merfeldt.

An dieser Fehde, deren Ursachen nicht bekannt sind, nahm auch die Stadt Dinslaken gegen Dorsten

teil, und es fanden blutige Treffen vor Dorsten, zu Hagenbeck, bei der Loe, bei Hervest, bei Altenrade, zu Horneburg und bei Seppenrade statt. Die Stadt Dorsten verlor in dieser Fehde 35 Krieger, deren Namen noch lange in Ehren gehalten wurden.

1420 Fehde zwischen Bischof Ludwig von Münster und dem Grafen von Cleve, letzterer gemeinsam mit dem Grafen von Geldern Einfall in das Stift Münster.

Bald darauf fiel auch der Graf von der Mark ins Münstersche ein, eroberte Haltern und mehrere Ortschaften.

„Die Eroberung solcher festen Plätze war aber für die umliegenden Landbewohner immer mit einer großen Verheerung verbunden“, schreibt Franz Brunn.

1477 lag Goeßen von Raesfeld mit der Stadt Dorsten in Fehde ….

usw. usw. ….

Hinsichtlich der kriegerischen Auseinandersetzungen dieser Zeiten kommt Franz Brunn zu dem Ergebnis:

Blicken wir nun noch einmal auf den oben durchlaufenen Zeitraum zurück, so sehen wir soweit die geschichtlichen Nachrichten reichen, nur eine Kette von Fehden und Kriegszügen. Doch sie verdienen diesen Namen nicht; sie waren nur Raub- und Plünderzüge.

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Pfingstlied aus dem Münster’schen Gesangbuch

Str. 1 aus dem 13. Jh.

T.u.W. hier nach Vehe 1537

1.1.4 Zeittafel zur Zeitgeschichte vor der 1. Generation (ca. 1550 bis ca. 1600)

Bevor wir uns mit der Zeitgeschichte der ersten Generation befassen, müssen wir aus Verständnisgründen zunächst in die Zeit vor 1600 zurückgreifen, denn die geistigen/geistlichen Verwerfungen des 16. Jahrhunderts haben das Leben der Menschen im beginnenden 17. Jahrhundert im Besonderen geprägt.

Zeittafel

Kirchengeschichte

1546 Martin Luther +

1545 Konzil von Trient

1546/47 Schmalkaldischer Krieg

1551 2.Periode des Tridentinuums

1555 Augsburger Religionsfriede

1561-1563 3. Periode des Tridentinums

1564 Johannes Calvin +

1568 Neues Römisches Brevier

1582 Theresia von Avila +

1591 Johannes vom Kreuz +

1598 Edikt von Nantes

Weltgeschichte

1542-1544 4.Krieg Karls V. mit Frankreich

1548 Reichstag zu Augsburg

1556-1598 Philipp v. Spanien

1564-1576 Maximilian II

1572 Bartholomäusnacht

  1. Trennung der Niederlande von Spanien

1588 Untergang der Armada

Kulturgeschichte

Literatur/Philosophie:

Erasmus v. Rotterdam

Melanchthon, Philipp

Hutten, Ulrich von

Luther, Martin

Müntzer, Thomas

Paracelsus

Sachs, Hans

Kopernikus

Musik:

Praetorius, M.

Aus den Wirren des Mittelalters (1400 – 1500) hatte sich die „Herrlichkeit Lembeck“ unter ständigen Auseinandersetzungen vor allem mit dem Herzog von Kleve als Bezirk mit eigener Rechtsprechung unter den Herren von Lembeck herausgebildet.

Mit der Reformation (Anschlag der 95 Thesen Luthers 1517) war der bis dahin einheitliche katholische Glaube zerbrochen. Die katholische Kirche antwortete mit dem Konzil von Trient (1545 bis 1563). Der Augsburger Religionsfriede (1555) normierte die wechselseitige Toleranz für Katholiken und Lutheraner. Auch sollte der Territorialherr die Religionszugehörigkeit seines Territoriums (cuius regio eius religio) bestimmen können.

Es blieb jedoch nicht bei der geistigen Toleranz. Mit der religiösen Spaltung zerbrachen auch die bisher gültigen Machtstrukturen. Politische Machtansprüche besetzten die geistigen/geistlichen Auseinandersetzungen. Jede der Gruppen versuchte, ihren territorialen Machtbereich zu erweitern.

Mit der „Gegenreformation“ versuchte der Katholizismus, seine geistliche Position zurück zu gewinnen. Doch längst ging es nicht mehr um den „wahren Glauben“. Unter der Flagge des alten oder des neuen Glaubens positionierten sich die weltlichen Territorien neu. Ergebnis der Auseinandersetzungen war der 30- jährige Krieg (von 1618 bis 1648), der das Leben der 1. Generation unserer Vorfahren nachhaltig prägen sollte.

1.1.5 Wulfen in der Zeit um 1600:

1. Wulfen und die „Herrlichkeit“.

Die „Herrlichkeit Lembeck“ , die sich als ein dem Kurfürstentum Münster nach geordnetes Hoheitsgebiet als ein Territorium mit gewissen Hoheitsrechten herausgebildet hatte, war ein Bezirk untergeordneter Gerichtsbarkeit, jedoch mit eigenen polizeilichen und Verwaltungsfunktionen. Inhaber der Rechte in der Herrlichkeit Lembeck war das Haus Lembeck der Grafen von Westerholt.

Zur „Herrlichkeit Lembeck“ gehörten die Gemeinden Erle, Rhade, Lembeck, Hervest, Holsterhausen, Altschermbeck und Wulfen.

Wienbeck

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Wulfen mit der Bauerschaft Deuten. Wulfen dürfte um 1600 ca. 700 Einwohner gehabt haben.

2. Kirche und Schule

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Das Dorf war rings um die Kirche als Mittelpunkt des Dorfes gruppiert.

Die Kirche hatte zu dieser Zeit bereits mehrere Bauabschnitte hinter sich und dürfte nach der Chronik „800 Jahre Wulfen“ etwa nachfolgendes Aussehen gehabt haben:

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In der Chronik „800 Jahre Wulfen“ heißt es, dass die Familie Westerholt auf Schloß Lembeck den calvinistischen Glauben angenommen hatte. Die Herren von Lembeck waren Patronatsherren auch der Kirche in Wulfen und somit befugt, die Pfarrstelle in Wulfen zu besetzen. So hatten sich denn auch vor 1649 bereits drei Pfarrer dem reformatorischen Glauben zugewandt.

Nach einer Lücke von 200 Jahren erscheint um 1572 Theodor Smythals als Pfarrer von Wulfen. Er hatte die Lehre Calvins angenommen. Auch seine Nachfolger, so der Pfarrer Rudolf Köster (1586), verkündeten den Glauben nach der Lehre Calvins.

Anfangs hatten Pfarrer und Küster die Kinder in Religion, oft auch in Lesen, Schreiben und Rechnen unterwiesen. Es bestand – ausgenommen der Unterweisung in Religion - keine Pflicht, an diesem „Unterricht“ teilzunehmen. Da die Kinder schon früh zur Arbeit zuhause gebraucht wurden und der Unterricht auch nicht unentgeltlich war, werden nicht viele Kinder am „Unterricht“ teilgenommen haben.

Erst im 17. Jahrhundert entstanden die ersten Schulen auch „auf dem Lande“. Nach der Chronik 800 Jahre Wulfen kann von einer ersten echten Schule in Wulfen erst seit dem Jahre 1678 die Rede sein.

Gutenberg hatte die Buchdruckerkunst erfunden. Noch längst nicht jedoch hatten Bücher/Lesebücher auf dem Lande Eingang gefunden. Das vermittelte Wissen ergab sich aus den praktischen Fertigkeiten und Kenntnissen vornehmlich der Eltern, das „geistige Wissen“ aus der mündlichen Unterweisung in der heiligen Schrift. Sie wurde ergänzt durch Bilder und bildliche Darstellungen, vornehmlich in den Kirchen.

So auch in Wulfen: Um 1600 finden wir in der Wulfener Kirche bereits zahlreiche Darstellungen, die der Vermittlung religiösen Wissens dienten, die zugleich aber auch Gegenstände religiöser Glaubensfrömmigkeit in der Hinwendung zu Gott waren.

So sind unsere Vorfahren in den Jahrhunderten begleitet worden:

Wulfen Kirche 5-2011 014_bearbeitet-1

An diesem Taufstein aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts

sind alle Vorfahren der

Familie Brunn von der Wienbeck

getauft worden.

Es ist der Taufstein,

der die Generationen

in Treue zu Gott

im Glauben

verbindet.

Wulfen Kirche 5-2011 013

Auch dieses

Barock-Kreuz in der Wulfener St. Matthäus-Kirche

haben unsere Vorfahren auf der Wienbeck gekannt.

Ebenso haben sie gekannt:

Wulfen Kirche 5-2011 011 Wulfen Kirche 5-2011 012

Der Hl. Matthäus, Schutzpatron der Kirche, Der Hl. Johannes der Täufer

aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. aus dem 17. Jahrhundert.

Wulfen Kirche 5-2011 010

Pieta aus dem

15. Jahrhundert

Und auch diese Muttergottes wird in vielen Nöten ihres Lebens ihre Fürsprecherin

gewesen sein.

3. gemeindliche Ordnung, Feste und Feiern

Wie in Wulfen, in der Herrlichkeit Lembeck um 1600 gelebt, Feste und Feiern veranstaltet werden konnten, vermittelt uns am besten die nachstehende

Ordnung der Herrlichkeit Lembeck bekannt gemacht im Jahre 1592

(Kopie aus: Heimatkalender der „Herrlichkeit Lembeck“ 1926)

Aus der Zeit des 16. Jhd.s finden wir aber auch ein Kinderlied, das sicher manche Eltern aus unserer Generation und mit Sicherheit die Mütter früheren Generationen ihren kleinen Kindern vorgesungen haben, wenn die Kinder des Abends nicht einschlafen konnten:

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1.1.6 Die Wienbeck, ihre räumliche Lage und wirtschaftliche Bedeutung:

1. Die räumliche Lage

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Schloß Lembeck

Wienbeck

Es ist eine ins Auge fallende Besonderheit der Lage der Wienbeck, dass sie als Siedlungsplatz weder in einer geschlossenen Ortlage gelegen ist, noch offenbar die Bedeutung eines „Schulzen“- oder „Meier“-Hofes hatte, noch eine „Kötter“stelle war, gleichwohl aber eine markante Lage im räumlichen Umfeld hatte.

Bei der vorstehenden Karte handelt es sich um einen Auszug aus der Grundkarte.

Die Wienbeck befindet sich in der Mitte der Karte unterhalb des Teiches. Die Lage ist bezeichnet mit Brunn und vielleicht mit einer Lupe besser erkennbar. Rechts auf der Karte (östlich) liegt Wulfen mit der Straßenführung weiter Richtung Osten nach Münster, westlich der Wienbeck mit der Straßenführung nach Deuten und weiter nach Wesel. Von der Wienbeck aus ist zu erkennen eine nach Norden führende Straße zum Schloß Lembeck und zum Ort Lembeck.

Um 1600 führte die Hauptverkehrsverbindung von Wulfen nach Deuten nicht (wie auf der Karte erkennbar) südlich der Wienbeck vorbei sondern nördlich „zwischen Teich und Wienbeck“. Die südlich an der Wienbeck vorbeiführende Straße wurde erst um 1812 gebaut.

Wenn wir versuchen, uns eine Vorstellung von der Lage der Wienbeck zu machen zu der Zeit, als die Wienbeck uns erstmals als Siedlungsort genannt wird, könnte nachstehende Zeichnung für die Verhältnisse um 1600 zutreffend sein:

Korn-Mühle

Zoll-

station

nach Lembeck

Oelmühle ?

Wienbach

Hofhaus

nach

Deuten

Wesel

nach

Wulfen

Münster

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Auf der Zeichnung befindet sich links der Wienbach, rechts –blau- die sog. Gosse, die angelegt wurde, um Wasser aus dem nach hier verlegten Midlicher Mühlenbach abzuleiten. In späteren Zeiten wurde diese „Gosse“ ebenfalls als Wienbach bezeichnet. Von Südosten führt die Straße von Wulfen/Münster kommend mit nördlicher Abzweigung nach Lembeck in westliche Richtung nach Deuten/Wesel. Sie überquert den Wienbach mittels einer Brücke, an der sich die Zollstation befand. Unmittelbar hier südlich angrenzend befindet sich die von den Herren von Lembeck 1596 nach hier verlegte Kornmühle.

Wiederum südlich davon sind die angenommenen Standorte der bereits vor 1600 vorhandenen Besiedlung (Nüther und seine Frau Anna bzw. Johann Braun) eingezeichnet.

Es ist sicher gerechtfertigt zu sagen, dass der Standort „Wienbeck“ sich auszeichnete durch seine damalige unmittelbare Lage am Handelsweg von Münster nach Wesel und dessen Abzweigung zum Schloß Lembeck, dem Sitz der örtlichen Landesherren. Die an der Wienbeck vorbeiführende Straße war die direkte und kürzeste Verbindung zwischen Wesel/ dem Rheinübergang und Münster/ dem Sitz des westfälischen Landesherrn.

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Wienbeck

Die hier dargestellten mittelalterlichen Verkehrswege, die zugleich Handelswege waren, weisen für die Wienbeck die Lage am Weg „Schnellpost Münster – Wesel (1837)“ aus. Heute ist es die Bundesstraße 58 von Münster nach Wesel.

Wesel/Xanten war bereits seit der Zeit der Römer einer der bedeutendsten militärischen und Handelsschwerpunkte am Rhein. Münster war Sitz des Bischofs und Landesherrn. Es darf daher angenommen werden, dass dieser Verkehrsweg schon in frühen Zeiten bestanden hat.

Wir dürfen ferner annehmen, dass auf diesem Handelsweg, der von der Bischofsstadt Münster zum Rheinübergang in Wesel führte, „viel Volk“ unterwegs war, Händler, auch Soldaten, Würdenträger d.h. alle, die von dem „Oberzentrum“ Münster im Osten nach Westen wollten oder umgekehrt.

Die Wienbeck war somit ein markanter Punkt auf der Reise von Ost nach West und von West nach Ost. Und wer aus welchen Gründen auch immer, die Herren von Lembeck als Landesherrn aufzusuchen hatte, kam naturnotwendig an der Wienbeck vorbei.

Die Besonderheit der Lage zeigte sich auch darin, dass sich an der Brücke dort, wo die Handelsstraße den Wienbach querte, eine Zollstation befand. Hier wurden für die Herren von Lembeck die Handelszölle erhoben und sicherlich auch kontrolliert, wer die Grenze zur Herrlichkeit Lembeck überschritt.

Nicht zu übersehen ist auch, dass die Ansiedlung an der Wienbeck von dem geschlossenen Ort Wulfen etwa 2 km entfernt gelegen ist. Sie lag somit außerhalb einer schützenden Ortslage, ohne unmittelbare Nachbarn und somit auf sich selbst gestellt und damit in dieser ungeschützten Lage an einem sicherlich frequentierten Handelsweg dem leichten Angriff und Zugriff Fremder ausgesetzt. Zugleich verweist das Vorhandensein einer Ansiedlung an dieser exponierten Stelle jedoch auch darauf, dass die Wienbeck ein wichtiger und regional bedeutender Siedlungsschwerpunkt war.

Wir können daher davon ausgehen, dass auf der Wienbeck Fragen gestellt wurden nach dem „Woher und Wohin“. Hier trafen sich Fremde, die Neuigkeiten mitbrachten und miteinander austauschten. Auf der Wienbeck erfuhr man als erste, was sich tat „in der großen Welt“, man war informierter als andere, die diesen Zugang zu Nachrichten nicht hatten. Die Wienbeck war sicherlich so etwas wie eine „Nachrichtenbörse“. Vielleicht erklärt sich auch daraus, dass „die Brunn’s“ in den folgenden Jahrhunderten vielfach Aufgaben übernahmen, die solche Kenntnisse erforderten und die damit auf außergewöhnliche Weise das Gesicht der Familie prägten.

2. Die wirtschaftliche Bedeutung der Lage

In den Chroniken heißt es, dass der Wasserabfluß des Wienbaches so stark war, dass an der Wienbeck Mühlen betrieben werden konnten.

Wie oben bereits dargestellt wissen wir aus den Lembeck’schen und anderen Aufzeichnungen, dass um 1580 auf der Wienbeck eine Oelmühle betrieben wurde. Sie wurde von dem aus den Schloss Lembeck’schen Wiesen kommenden Sibbebach angetrieben. Wo die Oelmühle gelegen hat, können wir nicht sagen, wahrscheinlich am Wienbach unterhalb der Lembecker Kornmühle (siehe obige Zeichnung).

Im Jahr 1596 hatten nämlich die Herren von Lembeck eine Kornmühle von Wulfen zur Wienbeck verlegt. Dazu heißt es in den Aufzeichnungen:

So stand bei Wulfen seinerzeit eine Wassermühle, die von dem Hauptmühlenbach in Bewegung gesetzt wurde, der von der Middlicher Mühle auf Wulfen zu floss und von da an den Pastoratswiesen vorbei sich gegen Süden ergoss. Diese Wassermühle westlich des Dorfes gelegen, wurde im Jahr 1596 von den Herren von Lembeck abgebrochen und nach der Wienbeck verlegt. Es war eine einstöckige Mühle, die später erweitert wurde. Mit dem Bau der Mühle selbst war die Umlegung noch nicht abgeschlossen. Man wollte das Wasser, das vom Schloss Lembeck her kam, nutzen. Es reichte aber nicht zum Betrieb der Mühle aus. Deswegen verlegten die Herren von Lembeck auch den Middlicher Mühlenbach von Schulte-Spechtel an abwärts zur neuen Mühle in der Heide. Der Bach wurde oberhalb Schulte-Spechtel abgedammt und mittels künstlicher Dämme zur Wienbeck geführt.

Die künstliche Einleitung des Mühlenbaches hatte im Laufe der Zeit den Grundstücksanliegern beträchtlichen Schaden verursacht. Die angrenzenden Wiesen und Weiden, die ohnehin infolge der beiderseitig höher liegenden Ackerländereien einen hohen Grundwasserstand hatten, versumpften hierdurch und durch den Rückstau der Mühle noch mehr. Um die benachbarten Grundstücke zu entwässern, wurde zur Abführung des Sickerwassers eine Gosse angelegt, die noch kartenmäßig erfasst ist.

Die Kornmühle und die Ölmühle wurden jede für sich mit einem unterschlägigen Wasserrad angetrieben.

Für die örtliche Bevölkerung war die Wienbeck somit ein zentraler Punkt für die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte, insbesondere des Korns.

Es lag daher nahe und war nahezu selbstverständlich, dass die „Wienbeck“ sich anbot und entwickelte zu einem Standort für die Versorgung, Bewirtung der Durchreisenden und der heimischen Bevölkerung, als Gasthaus und „Herberge“.

Und in der Tat, die Wienbeck hatte diese Aufgaben sicherlich bis in die 7. Generation unserer Vorfahren, ausgewiesen durch die Wetterfahne auf dem Dach der alten Scheune „in die 3 Sterne ist gut Logi zu Pferde und zu Fuß“.

Fassen wir die Besonderheiten der Lage der Wienbeck zusammen:

Die Lage am Wienbach (Fischerei)

Die Nutzung der Wasserkraft des Wienbaches (Mühlen)

Die Lage am Haupthandelsweg von Münster nach Wesel

Die Lage an der Abzweigung der Straße zum Landesherrn auf Schloß Lembeck

Die Lage an der Zollstation

Die Lage außerhalb des geschlossenen Ortes Wulfen

1.1.7 Die ersten Besitzer auf der Wienbeck

Die Chroniken besagen, dass um 1580 auf der Wienbeck ein Nüther mit seiner Frau Anna lebte. Sie betrieben eine Oelmühle.

Sie waren wahrscheinlich nicht die einzigen, die auf der Wienbeck lebten, denn auch die Kornmühle, die wie bereits bemerkt, 1596 von den Herren von Lembeck von Wulfen nach hier zur Wienbeck verlegt worden war, musste betrieben werden, ebenso die Zollstation. Ob diese Aufgaben ebenfalls Nüther und seiner Frau oblagen, wissen wir nicht. Wahrscheinlich dürften dafür aber auch weitere Arbeitskräfte benötigt worden sein.

Im Hinblick auf die Zollstation kann angenommen werden, dass auch Soldaten auf der Wienbeck lebten, die die Zollstation und den Grenzübergang zu bewachen hatten. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Wienbeck als wirtschaftlich und grenztechnisch wichtige Station eine gewisse Befestigung hatte.

Nachdem für 1580 als Besitzer auf der Wienbeck noch ein Nüther und seine Frau Anna genannt sind, die eine Oelmühle betrieben, zeichnet sich alsbald danach ein Besitzwechsel ab.

Denn es heißt in den Chroniken:

Um 1612 bewohnten ein Johann Braun und sein Schwager Luer die Wienbeck.

Sie bewirtschafteten die Oelmühle.

1612 ist von Nüther somit nicht mehr die Rede. Da wir seinen Namen auch nicht in den zeitgenössischen Einwohnerverzeichnissen finden, werden Nüther und seine Frau spätestens 1612 die Wienbeck verlassen haben. Wir dürfen daher wohl davon ausgehen, dass Johann Braun und sein Schwager Luer die Wienbeck und die Oelmühle von Nüther übernommen haben.

Wer war Johann Braun, wer war „sein Schwager Luer“? Waren sie mit Nüther und seiner Frau Anna verwandt? War, obwohl es urkundlich nicht nachweisbar ist, Johann Braun Vorfahre in unserer Familie? Möglicherweise, wie noch zu erörtern sein wird.

Dies vorausgesetzt dürfen wir annehmen, daß

die Wienbeck zwischen 1580 und 1612 in den Besitz der Brunn’schen Familie gekommen ist.

(Womit sich mit dem Jahr 2012 ein Kreislauf von 400 Jahren schließt.)